{"id":64,"date":"2014-02-25T22:25:14","date_gmt":"2014-02-25T22:25:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uebersleben.net\/?page_id=64"},"modified":"2019-03-05T01:31:42","modified_gmt":"2019-03-05T01:31:42","slug":"news","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.uebersleben.net\/","title":{"rendered":"NEWS"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>16. April 2018<br \/>\n<strong>ORF2 THEMA &#8220;Sterbehilfe in \u00d6sterreich&#8221;<\/strong><br \/>\nHeute Abend strahlt der ORF einen Beitrag zu diesem heiklen Thema aus (<a title=\"Link zur Presseaussendung\" href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20180413_OTS0142\/thema-am-16-april-dramatische-einsaetze-die-lebensretter\">Link zur Presseaussendung<\/a>).<br \/>\nDass hat mich veranlasst, heute fr\u00fch einen Offenen Brief an die Redaktion zu schicken.<\/p>\n<p><strong>Offener Brief<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Feurstein, sehr geehrte Frau Puschl-Schliefnig, sehr geehrtes ORF-THEMA-Team!<\/p>\n<p>Laut OTS-Aussendung werden Sie heute Ihren Beitrag \u00fcber &#8220;Sterbehilfe in \u00d6sterreich&#8221; senden.<\/p>\n<p>Damit greifen Sie ein ethisch-heikles und pers\u00f6nlich-emotionsgeladenes Thema auf. Denn die Verg\u00e4nglichkeit, das Sterben und der Tod betrifft jeden von uns. Gerade hier ist es wichtig, m\u00f6glichst alle Aspekte der Thematik &#8211; ausgewogen &#8211; zu vermitteln. Der Umgang mit diesem Thema bedarf einer besonderen Verantwortung.<br \/>\nMein Name ist Marianne Karner. Mein Schwerpunkt sind Themen der medizinischen Ethik, insbesondere der sog. &#8220;Sterbehilfe&#8221;\/\u00e4rztlich-assist. Suizid&#8221;. Auf dem Hintergrund meiner Ausbildung (Studium), meiner Berufserfahrung (Behindertenbereich) und meines behindertenpolitischen Engagements (Emanzipatorische Behindertenbewegung) erlaube ich mir noch vor der Ausstrahlung Ihres Beitrages folgende mir sehr wichtig erscheinende Anmerkungen:<\/p>\n<ol>\n<li>Bei der &#8220;Sterbehilfe&#8221;-Diskussion muss auch der Zusammenhang mit der menschenverachtenden NS-Ideologie (&#8220;wertes\/unwertes Leben&#8221;, &#8220;der Neue Mensch&#8221;) und die Euthanasie-Verbrechen des NS-Regimes reflektiert werden (etwa 230.000 Morde, 70.000 davon an behinderten und psychisch kranken Menschen).<\/li>\n<li>&#8220;Sterbehilfe&#8221; ist nicht nur vom juristischem und\/oder medizinischem Standpunkt aus zu beurteilen, sondern bedarf auch der Ber\u00fccksichtigung von Erkenntnissen anderer wissenschaftlicher Disziplinen, von journalistischen Recherchen (z.B. Aufarbeitung der jahrzehntelangen Diskussion und ausufernden Praxis in den Niederlanden) und von weiteren Expert*innen.<\/li>\n<li>Der Hype um &#8220;Selbstbestimmung&#8221; ist kritisch zu hinterfragen. Patientenverf\u00fcgungen &amp; Co m\u00f6gen zum Teil sinnvoll sein. Sie k\u00f6nnten aber auch als Instrumentarien f\u00fcr z.B. \u00f6konomische Zielsetzungen eingesetzt werden. Die in den Niederlanden entgleiste Praxis zeigt weiters, dass die Anzahl von &#8220;Sterbehilfe&#8221; an nicht-einwilligungsf\u00e4higen Menschen vorkommt und sogar zunimmt. Ist es &#8220;Selbstbestimmung&#8221;, wenn alte, kranke Eltern, ihren Kindern &#8220;nicht zur Last fallen&#8221; wollen und sich selbst t\u00f6ten oder Suizidbehilfe in Anspruch nehmen?<\/li>\n<li>Mir erscheint der \u00f6ffentliche Ruf nach &#8220;Sterbehilfe&#8221; bzw. &#8220;Selbstbestimmten Sterben&#8221; ein St\u00fcck weit auch als pervertierter Auswuchs unserer neoliberalen, menschlich-kalten und konsumorientierten Leistungsgesellschaft. Als w\u00fcnsche man sich eine Art der &#8220;Versicherung&#8221;, die das eigene Sterben nach fixer Vorstellung regelt. Wir reden hier von m\u00f6glichen, aber immer noch theoretischen Zukunftsszenarien. Doch meist kommt es dann ohnehin anders. Oder: Vielleicht \u00e4ndert man im Falle einer schweren, lebensbedrohenden Krankheit, seine Meinung und sch\u00e4tzt das Leben, das einem noch verbleibt.<\/li>\n<li>Es gibt eine Bev\u00f6lkerungsgruppe, die von diesen theoretischen \u00dcberlegungen und der Diskussion jetzt schon be-troffen ist: alte, chronisch-kranke und behinderte Menschen. Menschen, die nicht in die Kategorie &#8220;jung\/sch\u00f6n\/erfolgreich&#8221; passen. Ihnen wird sehr oft der Lebenswert abgesprochen. Auf vielf\u00e4ltige Art und Weise. Das zeigt z.B. ein Blick in die Pr\u00fcfberichte der &#8220;Volksanwaltschaft&#8221; (Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen in sog. &#8220;Totalen Institutionen&#8221;) oder Redewendungen &#8220;ein Leben mit &#8230; w\u00fcrde ich mir nicht geben&#8221;.<\/li>\n<li>Es gibt kein unw\u00fcrdiges Leben. Was es gibt, sind unw\u00fcrdige Umst\u00e4nden, und die k\u00f6nnte ein reiches Land wie \u00d6sterreich, die k\u00f6nnten wir gemeinsam ver\u00e4ndern. Was wirklich ansteht, ist der Ausbau der mobilen Assistenz- und Betreuungsangebote sowie der Hospizund Palliativversorgung. Mehr Ressourcen f\u00fcr die Schmerzmedizin. Psycho-soziale Beratungsstellen und Angebote. Und selbstverst\u00e4ndlich die rasche und vollst\u00e4ndige Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Menschenrechte).<\/li>\n<li>Als selbst chronisch kranker und behinderter Mensch m\u00f6chte ich schlie\u00dflich unterstreichen: Jedes Leben hat (den gleichen) Lebenswert. Auch wenn nicht oder nicht mehr &#8220;Leistungstr\u00e4ger&#8221;. Ich will in einer offen-pluralistischen, inklusiven, bunten und solidarischen Gesellschaft &#8211; selbstbestimmt &#8211; LEBEN. Das Leben ist eine Herausforderung. Das Leben ist sch\u00f6n. Das Leben ist kurz. Und welche Weltanschauung man auch hat: das Leben ist kostbar. Die Geburt ist ein Prozess. Das Leben ist ein Prozess. Und das Sterben ist ein Prozess, bei dem ich nicht &#8220;auf einen Knopf dr\u00fccke&#8221;, sondern hoffentlich auch bei dieser letzten gro\u00dfen Ver\u00e4nderung reife.<\/li>\n<\/ol>\n<p>28. November 2017<br \/>\n<strong>In Graz gibt es das erste Hospiz f\u00fcr obdachlose Menschen (Vinzi-Dorf) im deutschen Sprachraum.<br \/>\n<\/strong> Auch wenn Kritik an der katholischen Kirche\/Einrichtungen bei anderen Themen m.E. durchaus angebracht ist, so sind sie andererseits z.B. im Hospiz- und Palliativbereich ein wichtiger Partner und wie man sieht auch Vorreiter! Sie sehen den Bedarf und entwickeln ein Angebot, wo Stadt- und Landesregierungen bewusst wegschauen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/sterbehilfe_begleitung\/article\/948197\/graz-erstes-hospiz-obdachlose.html\">https:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/sterbehilfe_begleitung\/article\/948197\/graz-erstes-hospiz-obdachlose.html<\/a><\/p>\n<p>20. November 2017<br \/>\n<strong>Wird es ein UN-Recht auf Abtreibung und STERBEHILFE geben?<\/strong><br \/>\nUN Menschenrechtskommission \u00fcberarbeitet derzeit Art 6 des ICCPR. &#8220;Every human being has the inherent right to life.&#8221;<br \/>\nNun neues Element der &#8220;selbstbestimmten Lebensf\u00fchrung&#8221;. Schlie\u00dfe das Recht ein, mit \u00e4rztlicher Unterst\u00fctzung sein Leben zu beenden.<br \/>\n\u201eSollte dieser Entwurf angenommen werden, bedeutet diese Auslegung eine vollkommene Verkehrung der urspr\u00fcnglichen Intention des Rechts auf Leben und steht in diametralen Unterschied zur \u00f6sterreichischen Rechtsordnung.\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Stephanie <em>Merckens<\/em> vom Institut f\u00fcr Ehe und Familie (IEF).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ief.at\/un-menschrechtskommission-moechte-recht-auf-leben-umdefinieren\/\">http:\/\/www.ief.at\/un-menschrechtskommission-moechte-recht-auf-leben-umdefinieren\/<\/a><\/p>\n<p>13. Oktober 2016<br \/>\n<strong>Niederlande plant aktive Sterbehilfe auch f\u00fcr alte Menschen.<\/strong><br \/>\nDie &#8220;Zeit&#8221; berichtet:<br \/>\n&#8220;Man k\u00f6nne auch &#8216;unertr\u00e4glich und aussichtslos&#8217; leiden ohne eine schwere Krankheit zu haben, argumentieren Justizminister Ard van der Steur und Gesundheitsministerin Edith Schippers in einem gemeinsamen Schreiben an das Parlament.&#8221;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-10\/niederlande-sterbehilfe-ohne-krankheit-alter-den-haag\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-10\/niederlande-sterbehilfe-ohne-krankheit-alter-den-haag<\/a><\/p>\n<p>Die Entwicklung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden ist m.E. der beste Beweis f\u00fcr das &#8220;slippery-slope-Argument&#8221;.<br \/>\nMan kann nur hoffen, dass die Regelungen in diesem Land als klare Abschreckung und nicht etwa als erstrebenswertes Vorbild dienen.<br \/>\nDas Vorhaben soll in den Niederlanden \u00f6ffentlich diskutiert werden.<br \/>\nAber was hei\u00dft eigentlich &#8220;unertr\u00e4glich und aussichtslos&#8221;?<br \/>\nSind es dann wirklich die pers\u00f6nlichen Kriterien eines &#8220;lebenssatten&#8221; Menschen? Oder aber die Kriterien, die uns unsere fortschrittliche Gesellschaft aufdoktriniert?<\/p>\n<p>6. Oktober 2016<br \/>\n<strong>Start des Kinofilms &#8220;Nebel im August&#8221; zum Thema &#8220;NS-Euthanasie&#8221;<\/strong><br \/>\nIch hatte die M\u00f6glichkeit, den Film im Rahmen der \u00d6sterreich-Premiere vorab zu sehen.<br \/>\nF\u00fcr BIZEPS habe ich eine Filmkritik und -w\u00fcrdigung geschrieben:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bizeps.or.at\/nebel-im-august-eine-filmkritik\/\">https:\/\/www.bizeps.or.at\/nebel-im-august-eine-filmkritik\/<\/a><br \/>\nKurzfazit: Ein empfehlenswerter Film zu einem sehr ernsten Thema.<\/p>\n<p>3. Oktober 2016<br \/>\n<strong>Vorschau: \u00d6sterreichisches Parlament &#8220;Entkriminalisierung von assistiertem Suizid&#8221;.<\/strong><br \/>\nDer Ausschuss f\u00fcr Petitionen und B\u00fcrgerinitiativen behandelt am 6. Oktober 2016 unter TOP 7 wiederum das Thema: &#8220;Pr\u00fcfung der M\u00f6glichkeit und Konsequenzen der Entkriminalisierung von assistiertem Suizid&#8221;.<br \/>\nDie Stellungnahmen vom Bundesministerium f\u00fcr Justiz und vom Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit und Frauen sind eingelangt und k\u00f6nnen auf der Parlamentshomepage (s.u.) nachgelesen werden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/PET\/PET_00073\/index.shtml\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/PET\/PET_00073\/index.shtml<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/A-PB\/A-PB_00001_00373\/index.shtml#S_013_06102016\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/A-PB\/A-PB_00001_00373\/index.shtml#S_013_06102016<\/a><\/p>\n<p>1. Oktober 2016<br \/>\n<strong>andersartig gedenken on stage<\/strong><br \/>\nSchul- und Amateurtheater-Wettbewerb<br \/>\nTheaterprojekte zu Biographien der Opfer der NS-&#8220;Euthanasie&#8221;<br \/>\nHeute abend findet die Preisverleihung in Berlin statt.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.andersartig-gedenken.de\">http:\/\/www.andersartig-gedenken.de<\/a><\/p>\n<p>Information auch auf Kobinet:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kobinet-nachrichten.org\/de\/1\/nachrichten\/34541\/Preisverleihung-f%C3%BCr-Theaterwettbewerb-zu-Euthanasie-Opfern.htm\/?search=euthanasie\">http:\/\/www.kobinet-nachrichten.org\/de\/1\/nachrichten\/34541\/Preisverleihung-f%C3%BCr-Theaterwettbewerb-zu-Euthanasie-Opfern.htm\/?search=euthanasie<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>22. September 2016<br \/>\n<strong>Vereinsgr\u00fcndungsverbot f\u00fcr \u201eLetzte Hilfe\u201c landet vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte<\/strong><br \/>\nIm M\u00e4rz 2016 hat der \u00d6sterreichische Verfassungsgerichtshof das Verbot der Vereinsgr\u00fcndung von \u201eLetzte Hilfe \u2013 Verein f\u00fcr selbstbestimmtes Sterben\u201c best\u00e4tigt. Der Beschwerdef\u00fchrer, Eytan Reif (&#8220;Initiative Religion ist Privatsache&#8221;) hat nun Beschwerde beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof erhoben. F\u00fcr seine Begr\u00fcndung zieht er heran: Art. 11 der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (Vereinigungsfreiheit); Art 8 EMRK (Verletzung des Rechts auf Privatleben) und das &#8220;undifferenzierte&#8221; strafrechtliche Verbot der \u201eMitwirkung am Selbstmord\u201c (\u00a778 StGB).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20160922_OTS0051\/sterbehilfe-vereinsgruendungsverbot-fuer-letzte-hilfe-landet-vor-dem-europaeischen-gerichtshof-fuer-menschenrechte\">http:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20160922_OTS0051\/sterbehilfe-vereinsgruendungsverbot-fuer-letzte-hilfe-landet-vor-dem-europaeischen-gerichtshof-fuer-menschenrechte<\/a><\/p>\n<p>22. September 2016<br \/>\n<strong>Buchtipp: &#8220;Geerbtes Schweigen: Die Folgen der NS-&#8220;Euthanasie&#8221; von Bernhard Gitschtaler <\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Geerbtes-Schweigen-Die-Folgen-Euthanasie\/dp\/370131246X\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1474702825&amp;sr=8-1&amp;keywords=Geerbtes+Schweigen\">https:\/\/www.amazon.de\/Geerbtes-Schweigen-Die-Folgen-Euthanasie\/dp\/370131246X\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1474702825&amp;sr=8-1&amp;keywords=Geerbtes+Schweigen<\/a><\/p>\n<p>10. September 2016<br \/>\n<strong>Heute ist offizieller Welttag f\u00fcr Suizidpr\u00e4vention.<\/strong><br \/>\nIn \u00d6sterreich haben sich laut Statistik Austria im Jahr 2015 insgesamt 1.251 Menschen selbst get\u00f6tet.<br \/>\nDas sind 1.251 Menschen zuviel.<\/p>\n<p>Was mir wieder einmal sauer aufst\u00f6sst, ist die OTS Meldung von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, und zwar genauer gesagt folgende Aussage:<br \/>\n\u201eWir m\u00fcssen die Suizidpr\u00e4vention bei Kindern und Jugendlichen vorantreiben\u201c<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20160908_OTS0085\/oberhauser-suizidpraevention-bei-kindern-und-jugendlichen-vorantreiben\">http:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20160908_OTS0085\/oberhauser-suizidpraevention-bei-kindern-und-jugendlichen-vorantreiben<\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich finde ich wie jeder andere B\u00fcrger, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.<br \/>\nNat\u00fcrlich sollen gef\u00e4hrdete Kinder und Jugendliche bestm\u00f6gliche Information, Unterst\u00fctzung und Therapie bekommen.<br \/>\nDavon gehe ich als B\u00fcrger grunds\u00e4tzlich aus. Das sollte f\u00fcr einen Staat wie \u00d6sterreich eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein.<br \/>\nAber die Formulierung &#8220;bei Kindern und Jugendlichen&#8221; ist mittlerweile zur beliebten Floskel geworden.<br \/>\nEgal um welchen Bereich es geht (Forschung, Therapien, Hospiz- und Palliativversorgung usw.), die Floskel bew\u00e4hrt sich blendend, um etwaige Kritiker mundtot zu machen.<br \/>\nAber: Jede Generation, jedes Alter muss in einer Gesellschaft Platz haben und ist ein wertvoller Bestandteil.<br \/>\nJede Generation, auch hochbetagte Menschen leisten ihren Beitrag in einer solidarischen Gesellschaft.<br \/>\nDamit meine ich weniger die finanziellen Aspekte, sondern z.B. die Erfahrung, die ein alter, kranker und\/oder behinderter Mensch in die Gesellschaft einbringen kann.<br \/>\nEine gute Versorgung bzw. Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese Menschen muss ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nWollen wir denn in Zukunft diese Menschen opfern? F\u00fcr ein neoliberales kapitalistische Wirtschaftssystem, dass uns eiskalt immer mehr Einsparungen vorschreibt?<br \/>\nSuizidpr\u00e4vention im Alter ist ebenfalls ein sehr wichtiges und zahlenm\u00e4\u00dfig relevantes Thema!<br \/>\nDie Gesellschaft braucht eine Werte-Schulung bzw. -Bewusstmachung. Gesellschaft sind wir alle von 0 bis 120 Jahre.<br \/>\nWerden alte, kranke und behinderte Menschen weiterhin stigmatisiert, zu einem &#8220;Horrorszenario&#8221; f\u00fcr die &#8220;Gesunden, Reichen und Sch\u00f6nen&#8221;, dann wird das System einmal kippen und dann haben wir Zust\u00e4nde wie in der Schweiz, wo assistierter Suizid schon l\u00e4ngst nicht mehr eine Ausnahme ist, sondern als Wahlm\u00f6glichkeit gesehen wird.<\/p>\n<p>Ob gl\u00e4ubig, Atheist, Agnostiker oder was auch immer, REDEN kann helfen:<\/p>\n<p><b>TELEFONSEELSORGE \u2013 NOTRUF 142<br \/>\n<\/b><b>VERTRAULICH\u00a0 I KOSTENLOS I RUND UM DIE UHR <\/b><\/p>\n<p>5. September 2016<br \/>\n<strong>Sterben mit Swag<\/strong><\/p>\n<p>Dmitrij Panov schreibt einen Blog \u00fcber seine schwere Erkrankung und \u00fcber seinen wahrscheinlich bald bevorstehenden Tod.<br \/>\nEr zeigt einen ganz eigenen Humor im Umgang mit seiner Krankheit &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/sterbenmitswag.blogspot.co.at\/\">http:\/\/sterbenmitswag.blogspot.co.at\/<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/blogger-schreibt-auf-sterben-mit-swag-ueber-den-tod-a-1106956.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/blogger-schreibt-auf-sterben-mit-swag-ueber-den-tod-a-1106956.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vice.com\/de\/read\/dmitrij-25-stirbt-und-laesst-alle-auf-seinem-blog-dabei-zusehen\">http:\/\/www.vice.com\/de\/read\/dmitrij-25-stirbt-und-laesst-alle-auf-seinem-blog-dabei-zusehen<\/a><\/p>\n<p>25. August 2016<br \/>\n<strong>\u00d6sterreich: Kurze ausweichende Stellungnahme des Bundesministeriums f\u00fcr Frauen und Gesundheit zur Petition &#8220;Entkriminalisierung des assistierten Suizids&#8221; (Parlament)<\/strong><\/p>\n<p>Dazu folgende Bemerkungen:<br \/>\n1. Von konkreten Erweiterungen oder Verbesserungen im Hospiz- und Palliativbereich merkt man noch nicht viel.<br \/>\n2. Spannend wird es sicher im Herbst, wenn der Entwurf zum neuen Patientenverf\u00fcgung-Gesetz in die Begutachtung kommt. Dann hei\u00dft es, genau hinschauen.<br \/>\n3. Derzeit sind die Themen Sterbehilfe &amp; co f\u00fcr Medien und Gesellschaft nicht wirklich relevant. Es ist (noch) Sommer. F\u00fcr Verunsicherung sorgen vielmehr Badebekleidung (&#8220;Burkini&#8221;) und Vorratssicherung (&#8220;Wien soll sich mit Zwieback eindecken&#8221;). Das wird sich mit Oktober und November sicherlich \u00e4ndern, denn da haben Sterbehilfe und assistierter Suizid in den Medien wieder Hochsaison. Wetten?!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/SPET\/SPET_00113\/imfname_555496.pdf\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/SPET\/SPET_00113\/imfname_555496.pdf<\/a><\/p>\n<p>20. August 2016<br \/>\n<strong>\u00d6sterreich: Ablehnende Stellungnahme des Justizministeriums zur Petition &#8220;Entkriminalisierung des assistierten Suizids&#8221; (Parlament)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Erleichterndes Aufatmen!<br \/>\nDennoch: Die Stellungnahme des Sozialministeriums ist noch ausst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Und folgender Satz aus der Stellungnahme des Justizministeriums mahnt zur weiteren Beobachtung:<br \/>\n&#8220;dass mit dem aktuell in Begutachtung befindlichen 2. Erwachsenenschutzgesetz unter anderem die Vorsorgevollmacht weiter entwickelt werden soll. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Patientenverf\u00fcgung werden aktuell federf\u00fchrend durch das Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit und Frauen unter Einbindung des Bundesministeriums f\u00fcr Justiz \u00fcberarbeitet.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/SPET\/SPET_00112\/imfname_554589.pdf\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/SPET\/SPET_00112\/imfname_554589.pdf<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>9. August 2016<br \/>\n<strong>&#8220;uebersleben.net&#8221; ab sofort auch auf Twitter<\/strong><\/p>\n<p><a class=\"twitter-follow-button\" href=\"https:\/\/twitter.com\/uebersleben\" data-show-count=\"false\" data-size=\"large\">Follow @uebersleben<\/a><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\">\/\/ <![CDATA[\n!function(d,s,id){var js,fjs=d.getElementsByTagName(s)[0],p=\/^http:\/.test(d.location)?'http':'https';if(!d.getElementById(id)){js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=p+':\/\/platform.twitter.com\/widgets.js';fjs.parentNode.insertBefore(js,fjs);}}(document, 'script', 'twitter-wjs');\n\/\/ ]]><\/script><\/p>\n<p>7. August 2016<br \/>\n<strong>Paralympics meets Sterbehilfe<\/strong><\/p>\n<p>Die Belgierin und ehemalige Paralympics-Siegerin Marieke Vervoort nimmt auch heuer wieder bei den aktuellen Spielen in Rio de Janeiro (7. bis 18. September) teil. Internationale Schlagzeilen machte sie mit der Ank\u00fcndigung, dass sie nach Rio ihre sportliche Karriere beenden m\u00f6chte und ernstlich \u00dcberlegungen anstellen will, in ihrer Heimat in Belgien aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Marieke Vervoort hat eine degenerative, fortschreitende Erkrankung, die mit starken Schmerzen verbunden ist.<br \/>\nSiehe: <a href=\"http:\/\/www.eurosport.de\/paralympics\/paralympics-siegerin-marieke-vervoort-erwagt-sterbehilfe_sto5708748\/story.shtml\">http:\/\/www.eurosport.de\/paralympics\/paralympics-siegerin-marieke-vervoort-erwagt-sterbehilfe_sto5708748\/story.shtml<\/a><\/p>\n<p>30. Juni 2016<br \/>\n<strong>\u00d6sterreich: Parlament diskutiert \u00fcber assistierten Suizid.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie NEOS haben im Petitionsausschuss einen tragischen Einzelfall aufgegriffen und so wurde das Thema &#8220;Sterbehilfe&#8221; wieder generell aufgeworfen. Es geht dabei vor allem um die sogenannte &#8220;Entkriminalisierung von assistiertem Suizid&#8221;. In \u00d6sterreich ist ja laut \u00a7 78 StGB die Mitwirkung beim Selbstmord verboten. Die Bioethikkommission des Bundeskanzlers hat sich bereits in der Vergangenheit f\u00fcr diesen Schritt in Ausnahmef\u00e4llen ausgesprochen. Fast alle Parteien zeigten sich in diesem Ausschuss dem Vorhaben gegen\u00fcber positiv, offen bzw. gespr\u00e4chsbereit. Fazit: Einstimmig wurde beschlossen, dass Stellungnahmen aus dem Justiz- und dem Gesundheitsministeriums eingeholt werden sollen.<br \/>\nSiehe: <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/PR\/JAHR_2016\/PK0780\/\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/PR\/JAHR_2016\/PK0780\/<\/a><\/p>\n<p>2014 und 2015<\/p>\n<p>Ich habe im Rahmen meiner ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit bei BIZEPS an den \u00f6ffentlichen Sitzungen der \u00d6sterreichischen Parlamentarischen Enquete-Kommission zum Thema &#8220;W\u00fcrde am Ende des Lebens&#8221; teilgenommen, Artikel verfasst und Kontakte gekn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Dieser Prozess spiegelt sich in den Artikeln (siehe MEINE PUBLIKATIONEN) wieder und kann dort nachgelesen werden.<\/p>\n<p>International, aber auch national gingen die Diskussionen \u00fcber dieses komplexe Thema weiter. Das ist auch mit ein Grund, dass ich meine Homepage www.uebersleben.net wieder aktiviert habe und nun laufend aktualisieren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>21. Juli 2014<\/em><\/p>\n<p><strong>Newsletter von uebersleben.net bestellen!<\/strong><\/p>\n<p>Dem \u00d6sterreichischen Parlament steht ein hei\u00dfer Herbst 2014 bevor. In einer Enquete-Kommission wird \u00fcber das Lebensende von Frau und Herrn \u00d6sterreicher diskutiert werden.<\/p>\n<p>Bestellen Sie deshalb schon jetzt meinen Newsletter. Dieser erscheint in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden, vorerst 1 x in zwei Wochen. Sie k\u00f6nnen sich jederzeit wieder vom Newsletter abmelden. Ihre Daten werden von mir an niemanden weitergegeben.<\/p>\n<p>Bitte Mail an:<a href=\"http:\/\/www.uebersleben.net\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/email.jpg\"><img loading=\"lazy\" alt=\"email\" src=\"http:\/\/www.uebersleben.net\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/email.jpg\" width=\"153\" height=\"15\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>20. Juli 2014<\/em><\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfbritannien: House of Lords diskutierte Gesetz zur aktiven Sterbehilfe<\/strong><\/p>\n<p>Am 18. Juli 2014 besch\u00e4ftigte sich das Oberhaus des britischen Parlaments (House of Lords) 10 Stunden lang, teilweise sehr emotional, mit einem Gesetzesentwurf zur aktiven Sterbehilfe.<\/p>\n<p>Text: Martin Ladst\u00e4tter. http:\/\/www.bizeps.or.at\/news.php?nr=15089<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>2. Juli 2014<\/em><\/p>\n<p><strong>&#8220;W\u00fcrde am Ende des Lebens&#8221;: Start der parlamentarischen ENQUETE-Kommission<\/strong><\/p>\n<p>Heute (2. Juli 2014) findet im \u00d6sterreichischen Parlament eine Sitzung zur &#8220;Konstituierung&#8221; der ENQUETE-Kommission \u00fcber Sterbehilfe statt.<\/p>\n<p>Text: Mag. Marianne Karner. http:\/\/www.bizeps.or.at\/news.php?nr=15038<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>26. Februar 2014<\/em><\/p>\n<p><strong>Argumentationshilfe F\u00dcR das Leben:<\/strong><\/p>\n<p><em>Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben zu beenden.<\/em><\/p>\n<p>Dem kann ich grunds\u00e4tzlich zwar nicht widersprechen. Doch in fast allen F\u00e4llen handelt es sich bei der Selbstt\u00f6tung um die Zuspitzung einer Krise, eine Kurzschlusshandlung, eine psychische Ausnahmesituation. Es gibt vielf\u00e4ltige Hilfsangebote. Und sehr viele Menschen, die in einer Krise Selbstt\u00f6tungsgedanken hatten, waren sehr froh, diese Krise \u00fcberlebt bzw. \u00fcberstanden zu haben. Das Leben eines jeden Menschen ist einzigartig, kostbar, wertvoll und unwiederbringlich.<\/p>\n<p><em>Ich will mich von einer Kirche oder Religionsgemeinschaften nicht bevormunden lassen.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Einsicht, dass das Leben einzigartig und etwas ganz Besonderes ist, brauche ich keine Kirche oder Religion. In der Sterbe\u201chilfe\u201cdiskussion werden Sterbe\u201chilfe\u201cgegner automatisch mit der (vor allem katholischen) Kirche gleichgesetzt. Das ist falsch. Es muss mehr differenziert werden. Auch Atheisten und Agnostiker k\u00f6nnen gegen Sterbe\u201chilfe\u201c sein.<\/p>\n<p><em>Bevor ich alt, krank und pflegebed\u00fcrftig bin, mache ich lieber vorher Schluss.<\/em><\/p>\n<p>Es ist menschlich sehr gut verst\u00e4ndlich, vor einer schweren Erkrankung oder Pflegebed\u00fcrftigkeit Angst zu haben. Vielleicht haben Sie im Verwandten- oder Bekanntenkreis einen Menschen in so einer Situation begleitet. Und: Alt, krank und pflegebed\u00fcrftig zu sein, kann trotzdem Lebensqualit\u00e4t und Freude am Leben miteinschlie\u00dfen. Es sind vielmehr die Umst\u00e4nde, die wir f\u00fcrchten. Umst\u00e4nde k\u00f6nnen jedoch ver\u00e4ndert, verbessert werden. Und es gibt Alternativen: Hospiz-Wesen, Palliativmedizin, u.\u00e4.<\/p>\n<p><em>Wenn ich unertr\u00e4gliche Schmerzen h\u00e4tte oder unheilbar erkrankt w\u00e4re, w\u00fcnsche ich mir Sterbehilfe.<\/em><\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen k\u00f6nnen heutzutage auch sehr starke Schmerzzust\u00e4nde von Palliativmedizinern auf ein ertr\u00e4gliches Ma\u00df reduziert und kontrolliert werden. Die Angst vor einer unheilbaren, eventuell lebensbedrohenden Erkrankung, ist allzu gut verst\u00e4ndlich. Aber was die Zukunft f\u00fcr einen pers\u00f6nlich wirklich bringt, wissen wir nicht. Und au\u00dferdem sind sehr viele Patient_innen &#8211; trotz massiver Einschr\u00e4nkungen und den baldigen Tod vor Augen \u2013 froh, jeden Tag auch noch ein bisschen genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Ich habe immer selbstbestimmt gelebt und will nicht in einem Pflegeheim enden.<\/em><\/p>\n<p>Nicht alle alten, kranken, schwer behinderten und\/oder pflegebed\u00fcrftigten Menschen leben in einem Pflegeheim. Im Gegenteil. Der Gro\u00dfteil wird zu Hause von Angeh\u00f6rigen gepflegt. Es gibt aber auch noch andere Alternativen: weiterhin zu Hause leben mit Pers\u00f6nlicher Assistenz, Leben mit anderen Unterst\u00fctzungsangeboten, Leben in einer Wohngemeinschaft (z.B. \u201eDemenz\u201c-WG), Leben im Rahmen von Projekten (z.B. Mehr-Generationen-Haus, Kindergarten\/Schule und Alten-WG im gleichen Haus). Die Bev\u00f6lkerung wird zunehmend \u00e4lter. Solche Alternativen sollten mehr ausgebaut und erweitert werden. Es geht um unser zuk\u00fcnftiges Leben. Und Selbstbestimmt-Leben l\u00e4sst sich sehr wohl auch mit Behinderung und Pflegebed\u00fcrftigkeit in Einklang bringen.<\/p>\n<p><em>Umfragen zeigen doch, dass die gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Sterbehilfe ist.<\/em><\/p>\n<p>Umfragen sind mit Vorsicht zu genie\u00dfen. Man sollte kritisch hinterfragen: Wer hat diese Umfrage finanziert? Wie lautet die genaue Fragestellung, welche Antwortm\u00f6glichkeiten gab es? Welches Institut hat die Umfrage unter welchen Bedingungen durchgef\u00fchrt? Es stellt sich oft heraus, dass die Befragten zu dem Thema eigentlich wenig Hintergrundwissen haben oder kaum Alternativm\u00f6glichkeiten kennen.<\/p>\n<p><em>Wir leben im 21. Jahrhundert. Der moderne Mensch sollte die gesetzliche und praktische M\u00f6glichkeit haben, sich f\u00fcr Sterbehilfe entscheiden zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p>Die bis heute nachwirkende Geschichte (Verbrechen und Gr\u00e4uel des Nationalsozialismus) lehrt uns, wie schnell der Stein ins Rollen kommt und unkontrolliert schwerste Sch\u00e4den anrichtet (Argument der \u201eslippery slope\u201c). Gerade angesichts des zunehmenden sozialen und \u00f6konomischen Drucks darf aus dem \u201eRecht\u201c auf den eigenen Tod auf gar keinen Fall die Pflicht, Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu m\u00fcssen, werden. Recht auf Leben und Recht auf Lebensqualit\u00e4t hat jedes menschliche Leben, auch wenn es beim Leistungsthrill von heute nicht mehr mit kann.<\/p>\n<p><em>Ich verstehe nicht, warum sich manche behinderte Menschen und deren Angeh\u00f6rige so vehement gegen Sterbehilfe aussprechen. Jeder soll doch machen k\u00f6nnen, was er will. Niemand soll zur Sterbehilfe gezwungen werden.<\/em><\/p>\n<p>Falls auch in \u00d6sterreich der aktiven Sterbehilfe legalem Raum gegeben wird, ist der Grat zwischen den wenigen F\u00e4llen, die vielleicht nachvollziehbar sind, und dem Missbrauch und Ausw\u00fcchsen, die sie annehmen kann, sehr sehr schmal. Und angesichts der internationalen, gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Dauerspannungen ist es sehr wahrscheinlich, dass es bei der Legalisierung von aktiver Sterbehilfe zu Entwicklungen kommt, die menschenverachtend und dann schwer zu stoppen sind. Das ist auch f\u00fcr Belgien (Sterbe\u201chilfe\u201c ohne Altersbegrenzung) anzumerken: F\u00fcr die wenigen Ausnahmef\u00e4lle h\u00e4tte es nicht ein eigenes Gesetz gebraucht.<\/p>\n<p><em>Ich will einfach nicht mit Leiden, Tod konfrontiert werden.<\/em><\/p>\n<p>Krankheit, Behinderung und Alter muss nicht per se mit (unertr\u00e4glichem) \u201eLeiden\u201c verbunden sein. Viele Menschen haben sich z.B. mit ihrem Schicksal arrangiert und k\u00f6nnen trotzdem noch wertvolle Zeit verbringen und das Leben etwas genie\u00dfen. Und letztendlich bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig, sich irgendwann einmal mit diesen Lebensfragen auseinanderzusetzen. Das war schon in der Steinzeit so und das wird auch trotz Fortschritt in der Zukunft so sein. Der Tod geh\u00f6rt zum Leben. Leider richten wir uns nach den Ma\u00dfst\u00e4ben der Wirtschaft (Leistungsf\u00e4higkeit, Lebenst\u00fcchtigkeit), der Werbung (Besitz, Konsumg\u00fcter) und den sonstigen Vorgaben (wohlhabend, sch\u00f6n, gutaussehend, makellos, fit und gesund). Ein inklusives Leben von allen Bev\u00f6lkerungsgruppen von Anfang an und ein im Kindergarten beginnender Ethikunterricht k\u00f6nnten vielleicht helfen, unseren furchtbesetzten Umgang mit Sterben und Tod zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><em>Behinderte Menschen, die gegen Sterbehilfe sind, f\u00fchlen sich ja immer pers\u00f6nlich angegriffen. Mit denen kann man nicht diskutieren.<\/em><\/p>\n<p>Das Thema ist &#8211; wie gesagt &#8211; stark von Emotionen besetzt. Und jeder Mensch hat hier Emotionen, egal ob er behindert oder krank ist, oder ob er die Oma beim Sterben begleitet oder einfach \u201enur\u201c Angst vor dem Thema hat, weil er noch mit niemand dar\u00fcber reden konnte. Jeder ist irgendwie pers\u00f6nlich betroffen. Und behinderte Menschen sind hier aufgrund unserer unr\u00fchmlichen Vergangenheit (Euthanasie-Verbrechen in der NS-Zeit) und aufgrund der Tatsache, dass sie im Alltag fast immer mit Diskriminierung und Ablehnung konfrontiert werden, sehr verletzlich bzw. sensibilisiert. Eine Auseinandersetzung mit ihnen und eine Diskussion ist unabdingbar f\u00fcr eine sinnvolle Bew\u00e4ltigung des Themas Sterbe\u201chilfe\u201c.<\/p>\n<p><em style=\"line-height: 1.5em;\">Alten und behinderten Menschen gehe ich lieber aus dem Weg. Ich hatte auch nie etwas mit ihnen zu tun. Ich wei\u00df gar nicht, wie ich mit ihnen umgehen soll<\/em><span style=\"line-height: 1.5em;\">.<\/span><\/p>\n<p>In einer Gesellschaft ist es sehr wichtig, dass alle Altersstufen und alle Bev\u00f6lkerungsgruppen gut gemeinsam leben k\u00f6nnen. Die jungen Menschen haben neue Ideen, mehr Kr\u00e4fte, Begeisterungsf\u00e4higkeit. Alte Menschen sind sehr wichtig, weil sie z.B. auf jahrzehntelange Erfahrungen zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen. Diese Bev\u00f6lkerungsgruppen erg\u00e4nzen sich und nur so kann Gesellschaft funktionieren und menschlich bleiben. Behinderte Menschen sind Menschen wie Du und Ich. F\u00fcrchten sich genauso vorm Zahnarzt und besuchen gerne Lokale mit ihren Freunden. Behinderten Menschen wurde \u2013 eben aufgrund unserer NS-Vergangenheit und dar\u00fcber hinaus \u2013 ein inklusives chancengleiches Leben jahrzehntelang verwehrt. H\u00f6chste Zeit, Inklusion rasch und vollst\u00e4ndig umzusetzen. Wenn behinderte Kinder in den Regelkindergarten und in die Regelschule gehen k\u00f6nnen, von uns nicht mehr be \u2013 hindert werden, und in der weiteren Ausbildung, in der Arbeitswelt, auf dem Wohnungsmarkt usw. chancengleich leben k\u00f6nnen, dann wird der Umgang mit ihnen auch selbstverst\u00e4ndlich werden. Und das ist gut so. Auch Kindern kann der Kontakt zu kranken Verwandten zugemutet werden, er ist sogar f\u00fcr die Entwicklung des Kindes unbedingt notwendig bzw. sehr von Vorteil. Sowohl das Kind als auch z.B. die alte, kranke Oma im Rollstuhl profitieren von einer gemeinsam verbrachten Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>25. Februar 2014<\/em><\/p>\n<p><em><\/em><strong>Motivation f\u00fcr diese private Homepage gegen Sterbe&#8221;hilfe&#8221; und F\u00dcR das Leben:<\/strong><\/p>\n<p>Der gesellschafts(politische) Druck wird, was die Ausweitung und die Legalisierung der sog. &#8220;Sterbe&#8221;hilfe betrifft, in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern in den letzten Jahren immer st\u00e4rker. Und erreichte im Februar 2014 in Belgien einen traurigen H\u00f6hepunkt, wo sich das Parlament f\u00fcr die Ausweitung der &#8220;Sterbe&#8221;hilfe auf schwerstkranke Kinder und Jugendliche ohne Altersbeschr\u00e4nkung aussprach.<\/p>\n<p>Die Medien in \u00d6sterreich und Deutschland greifen das Thema immer wieder auf. Rei\u00dferische Schlagzeilen und Diskussionen mit Sterbe&#8221;hilfe&#8221;bef\u00fcrwortern zeigen eindeutig in eine Richtung. Die Diskussion hat auch die Politik erreicht, mit ungewissem Ausgang.<\/p>\n<p>Es geht bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Sterbe&#8221;hilfe&#8221; um viel mehr, als das blo\u00dfe &#8220;Selbstbestimmungsrecht auf den eigenen Tod.&#8221; Es geht zum einen um <strong>Emotionen<\/strong>. Niemanden l\u00e4sst das Thema kalt. Schwere Krankheit, Behinderung und Alter: das kennen die meisten von uns. Das haben wir bei uns nahestehenden Menschen im Verwandten- oder Freundeskreis miterlebt. Einige von uns sind vielleicht selbst chronisch krank und haben das Bild von Pflegebed\u00fcrftigkeit und Abh\u00e4ngigkeit unmittelbar vor Augen. Und fast alle von uns haben ganz einfach \u00c4ngste vor einer ungewissen Zukunft. Werde ich auch einmal schwer, ja unheilbar krank, auf Hilfe angewiesen sein und schwer &#8220;leiden&#8221;?<\/p>\n<p>Und es geht bei dem Thema ganz stark um <strong>Werte, ethische \u00dcberlegungen und Lebensfragen<\/strong>. Damit m\u00fcssen wir als Individuen und als Gesellschaft einen Umgang finden. Ein verpflichtender Ethikunterricht f\u00fcr alle Sch\u00fcler_innen sollte m.E. fix im Lehrplan verankert werden.<\/p>\n<p>Diese Homepage will bewusst keine neue Plattform er\u00f6ffnen, wo Meinungen aneinander prallen und verharren. Diese Homepage richtet sich in erster Linie an Sterbe&#8221;hilfe&#8221;-GEGNER. Ich m\u00f6chte im Rahmen meiner M\u00f6glichkeiten Argumentationshilfe F\u00dcR das Leben geben, wichtige Informationen teilen und mich mit anderen Sterbe&#8221;hilfe&#8221;-GEGNERn vernetzen.<\/p>\n<p>Und auf dieser Homepage soll es nicht nur um das Sterben und den Tod gehen, sondern auch um das Leben. Leben trotz schwerer Krankheit und Behinderung. Es sollen Alternativen zur Sterbe&#8221;hilfe&#8221; aufgezeigt werden, z.B. Palliativmedizin, Hospiz-Wesen und mehr. Ich freue mich auf Kontaktaufnahme, Tipps, neue Informationen, die ich dann gerne auf meiner Homepage ver\u00f6ffentliche.<\/p>\n<p>Also: <a href=\"http:\/\/www.uebersleben.net\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/email.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-29\" alt=\"email\" src=\"http:\/\/www.uebersleben.net\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/email.jpg\" width=\"253\" height=\"25\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und diese Homepage m\u00f6chte auch immer wieder in Erinnerung rufen, was eine menschenverachtende Ideologie anrichten kann. Dieses Erbe wird uns &#8211; ob wir es wollen oder nicht &#8211; immer begleiten.<\/p>\n<p>Diese private, unabh\u00e4ngige Homepage hat KEINEN parteipolitischen Hintergrund. Auch steht sie in keinem Naheverh\u00e4ltnis zu einer bestimmten Religion, Religionsgemeinschaft oder Kirche. Wenngleich aber auch anzumerken ist, dass jeder Mensch zumindest einen weltanschaulichen Hintergrund hat, wie immer der auch entstanden ist oder was immer er auch im Moment beinhaltet. Geistig beheimatet sehe ich mich vor allem in der &#8220;Selbstbestimmtlebenbewegung behinderter Menschen&#8221; und ich trete f\u00fcr das bedingungslose Lebensrecht, eine volle Inklusion und gleichberechtigte barrierefreie Teilhabe von behinderten und\/oder kranken Menschen in unserer Gesellschaft ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 16. April 2018 ORF2 THEMA &#8220;Sterbehilfe in \u00d6sterreich&#8221; Heute Abend strahlt der ORF einen Beitrag zu diesem heiklen Thema aus (Link zur Presseaussendung). 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